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Isar-Loisachboten und Geretsrieder Merkur vom 10. Juli 2015

"Opal" begleitet Sterbenskranke zu Hause

- Positive Bilanz nach zwei Monaten - Förderung vom Freistaat


Bad Tölz-Wolfratshausen   Ein Opal ist ein Mineral, aus dem Sclunuckstücke hergestellt werden. Die Dienste von "Opal" in Bad Tölz können für die Betroffenen und ihre Angehörigen sogar Gold wert sein. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die "Oberland Hospiz- und Palliatiwersorgung". Das interdisziplinäre Team ermöglicht schwerstkranken Menschen, ihre letzten Lebenswochen selbstbestimmt, in Würde, möglichst ohne Schmerzen und in vertrauter Umgebung zu Hause zu verbringen. Ein Vorhabe n, das nun aus dem bayerischen Gesundheitsministerium eine Starthilfe von 15 000 Euro erhalten hat.

Gesundheitsministerin Melanie Huml teilt mit, dass der Förderbescheid dieser Tage ausgestellt wurde. Was "Opal" mit dem Geld anfängt? "Wir schaffen ein Auto und weitere technische Ausrüstung an", antwortet der Pflegerische Leiter Sebastian HeinIein. Zum "Opal"-Team gehören zwei festangestellte Ärztinnen, zwei Arzte im Hintergrunddienst - Dr. Manfred Dorfmeister von der Tölzer Asklepios-Stadtklinik sowie der Hausarzt Dr. Dieter Treu aus Hausharn, drei Pfleger, ein Mitarbeiter für Soziale Arbeit sowie zwei Verwaltungskräfte. Träger der gemeinnützigen Gesellschaft sind das Krankenhaus Agatharied, die Kreisklinik Wolfratshausen, der Christophorus Hospizverein und der Hospizkreis im Landkreis Miesbach. 

Opal betreut die Kreise Bad Tölz-Wolfratsbausen und Miesbach. Anfang Mai hat das Team die Arbeit aufgenommen. "Es ist sehr gut angelaufen", zieht Heinlein eine erste Bilanz. Bislang habe "Opal" 34 Patienten im Alter zwischen 43 und 93 Jahren versorgt. "Es sind Menschen, die eine schwere, fortschreitende, lebensbeendende Krankheit haben", präzisiert der Altenpfleger. Zudem leiden die Patienten von "0pal" unter schweren Symptomen, wie Schmerzen, Atemnot, Angst oder Übelkeit. Drei Viertel seien Tumorpatienten. Dabei seien aber auch Fälle der Lungenerkrankung COPD, von Herzinsuffizienz oder der Nervenkrankheit ALS, auf die einst die "Ice Bucket Challenge" im Internet viel Aufmerksamkeit lenkte. Bei den betreuten Menschen agiert das Palliativteam in enger Absprache mit den behandelnden Hausärzten. Es bekämpft die akuten Leiden, berät aber auch zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Umgang mit Kranken- und Pflegekasse oder in schwierigen familiären Situationen. Und es geht um menschliche Nähe und Gespräche über den Umgang mit der Erkrankung, Sterben und Tod. "Wir sind ein- bis zweimal pro Woche zu Hausbesuchen bei den Patienten", sagt Heinlein. Zudem gebe es eine 7-Tage-/24-StundenRufbereitschaft. Der Erfolgsmaßstab für "Opal": "Bei 30 unserer 34 Patienten war bislang kein Krankenhausaufenthalt mehr erforderlich - trotz schwerer Symptome", so der Altenpfleger. Kapazitäten für weitere Fälle gibt es laut Heinlein noch. "Wir haben auch das Gefühl, dass es mehr Bedarf gibt." Kliniken in München hätten vor der Gründung von "Opal" schon "sehr lange darauf gewartet, dass es im Oberland so ein Angebot gibt". Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach waren nämlich beileibe keine Vorreiter: "Den Rechtsanspruch auf Palliatiwersorgung gibt es seit 2007", sagt Heinlein. Vor "Opal" seien in Bayern 32 weitere ambulante Palliativ-Teams gegründet worden.

ln einem knappen Drittel der Fälle seien die Betroffenen selbst oder ihre Angehörigen auf "Opal" zugekommen. "ln der Breite könnten wir aber noch bekannter werden." Die Kosten der Palliativ-Versorgung bezahlt übrigens die gesetzliche Krankenkasse. Bei privat Versicherten ist es eine Einzelfallentscheidung, doch auch hier werden die Rechnungen "zu 95 Prozent" übernommen.

Kontakt "Opal" hat ein Büro auf der
Tölzer Flinthöhe und ist unter
der Telefonnummer
0 80 41/ 79 62 10 erreichbar.
Infos im Netz auf www.sapv-im-oberland.de

VON ANDREAS STEPPAN
2017
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